TOWANDA News -
Mai 2016

Liebe Towanda­-Freundinnen, liebe Frauen,

der wilde April mit seinem "er weiß nicht, was er will" neigt sich dem Ende und ich möchte euch über die lyrischen und kreativen Angebote für den Monat Mai informieren.

Neben unseren regelmäßig stattfindenden Kursen berichtet Christine Theml in der Reihe "Feministinnen im Gespräch" über die geniale Künstlerin Camille Claudel und in der Veranstaltungsreihe "Frauen-Lyrik - Frauen-Leben" über die Lyrikerin Mascha Kaleko.

Bettina Melzer setzt sich in dem Workshop "Sprachmündig? Sprache wahrnehmen und wandeln" für eine gewaltfreie und geschlechtersensible Sprache ein.

Darüber hinaus möchte ich auf jeden Fall schon mal auf den TOWANDA-Geburtstag am 25.06. verweisen. Merkt euch diesen Termin vor und freut euch auf ein schönes Ereignis!

Nun noch ein kurzer Überblick über Save the date! Highlights im Juni 2016:

• Klangerlebnis - eine Auszeit durch meditative Klänge

• Achtsamkeit und Meditation für innere Balance und Kraft

• Wachstum und Lebensfreude in der Natur

• Kreistanz und Kreisbildmalen - "Sommerfeuer"

• wORTwechsel

• TOWANDA-Geburtstag

Alle aktuellen Informationen findet Ihr immer auf:

www.frauenzentrum-jena.de

Herzliche & feministische Grüße aus dem TOWANDA!

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Mittwoch, 04.05.2016, 18:30 - 20:00 Uhr

Feministinnen im Gespräch: Christine Theml spricht über „Eine Auflehnung der Natur: die geniale Frau – Camille Claudel“

Camille Claudel wird am 8. Dezember 1864 als zweites Kind ihrer Eltern geboren. Der Erstgeborene starb zwei Wochen nach der Geburt und Camilles Mutter verzeiht der Tochter nie, dass sie kein Junge ist. Das verdunkelt das ganze Leben der Künstlerin.

Früh zeigt sich ihr künstlerisches Talent. Der Vater fördert es nach Kräften. Ihr Weg führt sie nach Paris, wo sie Unterricht in der Bildhauerei nahm. Hier begegnet sie Auguste Rodin. Bald verbindet beide eine wilde Leidenschaft, an der Camille schließlich zerbricht.

Ihr Werk ist von einer Lebendigkeit, die noch heute BesucherInnen in ihren Bann schlägt. Tragischer Weise lebt Camille Claudel sich in eine Paranoia hinein – sie fühlt sich von Rodin verfolgt und um ihrer Ideen beraubt. Nach dem Tod des Vaters im März 1913 veranlasst die Mutter, Camille in eine Nervenheilanstalt zu stecken. Dort muss sie bis zu ihrem Tod am 19. Oktober 1943 als eine gebrochene Frau vegetieren.

Leitung: Marion Kupper und Cornelia Neubauer                                                                   Referentin: Christine Theml
Termin: Mittwoch, 04.05.2016 | 19:00 Uhr                                                           
Ort: Frauenzentrum TOWANDA, Wagnergasse 25, Jena
Kosten: kostenfrei (gern Spende)

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Mittwoch, 18.05.2016, 19:00 Uhr

Frauen-Lyrik – Frauen-Leben: Mascha Kaleko

In der kleinen Veranstaltungsreihe Frauen-Lyrik – Frauen-Leben. Drei Lyrikerinnen des 20. Jahrunderts stellt Christine Theml drei bedeutende deutschsprachige Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts vor.

Mascha Kaleko: „In meinen Träumen läutet es Sturm“

Mein schönstes Gedicht?

Ich schrieb es nicht.

Aus tiefsten Tiefen stieg es.

Ich schwieg es.

Diese Zeilen sind so wahr. Sie konnte viel schreiben. Ihre Gedichte sind leicht zu fassen. Und dennoch bleibt immer ein Rest, der unter den verfassten Zeilen mitschwingt.

Sie wurde am 7. Juni 1907 in Chrzanow in Galizien, einem Armenhaus am Rande der Donaumonarchie, geboren. 1918 übersiedelte die Familie nach Berlin. Hier war Mascha Kaleko am richtigen Ort. Sie hätte ein heiteres Leben führen können, wäre sie nicht Jüdin gewesen und hätte sie nicht in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt. Spät floh sie mit ihrem zweiten Mann Chemjo Vinaver, einem Musiker, nach New York. Von ihrem ersten Mann, von dem sie den Namen Kaleko behielt, trennte sie sich bald.

In New York muss sie die Familie ernähren. Zu ihr gehört nun ein kleiner Sohn. Sie dichtet Werbesprüche, nebenher geht aber immer ihr lyrisches Schaffen. Nach dem Krieg besucht sie jedes Jahr einmal Berlin oder begibt sich auf Lesereise durch Westdeutschland. 1959 zog die Familie nach Jerusalem, wo Chemjo Vinaver zu chassidischer Synagogalmusik forschte. Mascha Kaleko vereinsamt. Sie ist auf die Familie reduziert. Tragischer Weise starb der geliebte Sohn schon 1968. Ihr Mann folgte ihm am 16.12. 1973. Im Gedicht „Keiner wartet“ erfährt man von ihrem Leid. Noch vor ihrem Tod kümmert sie sich schwer krank um den Nachlass ihres Mannes. Als sie glaubt, fertig zu sein, lässt sie los und stirbt am 21.1.1975 in Zürich.

Leitung: Marion Kupper und Cornelia Neubauer                                                             Referentin: Christine Theml
Termin: Mittwoch, 18.05.2016 | 19:00 Uhr                                                                 
Ort: Frauenzentrum TOWANDA, Wagnergasse 25, Jena
Kosten: kostenfrei (gern Spende)

Donnerstag, 19.05.2016, 16:30 Uhr

IDAHoBIT* Jena: Coming out im Gespräch

... im Rahmen des IDAHoBIT* Jena 2016-Festivals

Coming out

Manchmal tut es gut zu erfahren, nicht allein zu sein! Ein Coming Out kann aus den unterschiedlichsten Gründen, im Familien-, Freund_innen- oder Kolleg_innenkreis geschehen. Für manche war es „gar nicht so dramatisch“, teilweise amüsant und lustig, andere erlebten es als schmerzhaft und Kräfte zehrend. Einige haben es noch vor sich, andere müssen sich ständig neu „outen“. Ein Coming Out kann empowernd wirken.

Ihr seid eingeladen an einer Gesprächsrunde zum Thema „Outing“ teilzunehmen. Verschiedene Menschen stellen sich und ihre Geschichte(n) vor und stehen für Fragen und zur Diskussion zur Verfügung. Plaudert mit uns, teilt eure persönlichen Stories oder lauscht einfach denen der anderen.

Leitung: Nicole Fuchs
Termin: Donnerstag, 19.05.2016, 16:30 Uhr                                                                
Ort: Frauenzentrum TOWANDA, Wagnergasse 25, Jena
Kosten: kostenfrei

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Freitag, 20.05.2016, 17:00 - 21:00 Uhr und Samstag, 21.05.2016, 10:00 - 16:00 Uhr

Sprachmündig? Sprache wahrnehmen und wandeln

Wir sprechen von Wirtschaftsfeldzug, Verkaufsschlacht, Bombenerfolg, Schlachtenbummler, Stimmungskanone… Unser Denken und Sprechen ist von Worten des Krieges und der Gewalt durchsetzt. Sprache ist Abbild der Gesellschaft und schafft sie zugleich. Solange wir im Umgang miteinander Worte der Gewalt unreflektiert übernehmen, reproduzieren wir die Energiefelder des Gegeneinander, statt Räume zu schaffen, in denen wir gut miteinander leben und arbeiten können. Welche sprachwach ist, lässt sich durch Floskeln, Phrasen und unverständliche Fachtermini nicht so leicht entmündigen, vermag es, sich selbst mit ihren eigenen Bedürfnissen zur Sprache zu bringen. Eine gewaltfreie und geschlechtersensible Sprache kann dazu beitragen, bestehende Kulturräume zu verändern. Die Arbeit an einer heilen / heilenden Sprache ist Friedensarbeit an sich.

Der Workshop schließt Sprachwahrnehmungsübungen, Kommunikations- und Schreibübungen ein.

Leitung: Bettina Melzer (Kulturreferentin, Schreibpädagogin M. A., Lyrikerin, Labyrinthfrau)
Termin: 20.05. – 21.05.2016
Freitag, 20.05.2016, 17:00 – 21:00 Uhr
Samstag, 21.05.2016, 10:00 – 16:00 Uhr
Kosten: 60 € (ermäßigt 40 €)                                                                                              Ort: Frauenzentrum TOWANDA, Wagnergasse 25, Jena
Anmeldung: bis 10.05.2016
Bitte mitbringen: Schreibzeug

 

Sonntag, 22.05.2016, 14:00 bis 18:00 Uhr

IDAHoBIT* Jena: Straßenfest

Das Frauenzentrum TOWANDA nimmt im Rahmen des IDAHoBIT* Jena 2016-Festivals am Straßenfest teil und ist mit einem Informationsstand present.
Jenas Straßen werden bunt. Zum Internationalen Tage gegen Homo- und Trans*phobie warten auf dem Holzmarkt wieder viele Infostände und Aktionen für Groß und Klein.

Bühnenprogramm:

• 17:00 - Rainbowflash, dein Statement gegen Homo- und Trans*phobie steigt mit Heliumballons in Jenas Himmel

• Als Live-Acts sind die Bands Cucun und The Absence of Corners zu sehen!

Termin: Sonntag, 22.05.15, 14:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Holzmarkt Jena
Kosten: kostenfrei

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